Kartomantie

Kartomantie, die Kunst des Kartenlegens, ist uralt und doch findet sie gerade in der heutigen Zeit immer mehr Anklang.

Es gibt viele Legenden über den Ursprung des Tarot und damit wohl auch der Orakelkarten. Oft wird berichtet, das Tarot sei in Ägypten entstanden. Vielfach wird es daher auch mit dem ägyptischen Gott des Wissens und der Weisheit Thoth in Verbindung gebracht und als „Buch Thoth“ bezeichnet. Weiterhin gibt es Geschichten darüber, dass Moses, als Priester und Eingeweihter in die ägyptischen Mysterien, das Tarot bei seinem Auszug aus Ägypten mit nahm und es dadurch zu einer Vermischung mit der Tora kam wodurch sich die Parallelen zwischen den 22 großen Arkanen und den 22 hebräischen Buchstaben erklären ließen. Andere Quellen bringen den Ursprung der Karten mit Marokko, Indien oder gar China in Zusammenhang.

Fakt ist jedoch, dass es keine geschichtlichen Quellen zum Tarot oder anderen Orakelkarten gibt, die weiter als bis ins 14 jahrhundert zurückreichen. Das erste uns bekannte Kartendeck wurde 1939 in einem Museum in Istanbul entdeckt und besteht aus 52 Karten, unterteilt in vier Sätze (Schwerter, Stäbe, Kelche und Münzen), mit je 10 Zahlenkarten sowie 3 Hofarten (Malik (König), Naib Malik (stellvertretende König) und Thani Naib (Stellvertreter des Stellvertreters)). Diese Karten, die vermutlich von den Marmeluken stammen, verbreiteten sich Anfang des 14. Jahrunderts in windeseile in Europa und waren bald in allen großen Städten bekannt. Allerdings wurden sie vielerorts verboten. Aus dieser Zeit sind die Karten nur als Spielkarten bekannt. Hinweise darauf, dass sie damals bereits für die Wahrsagerei genutzt wurden gibt es nicht.

Um 1430 entsand dann das Visconi Sforza Deck, welches heute als ältester bekannter Tarot gilt und erst 1781 finden wir erste belegbare Quellen, die das Tarot, genauer gesagt das „Tarot de Marseille“ und damit die Karten im allgemeinen in einen esoterischen Zusammenhang bringen.

Oft werden die Karten fast ausschließlich zur Divination, will heißen zur „Zukunftsvorraussage“ benutzt. Das ist zum einen sehr schade, da gerade das Tarot, aber auch andere Kartendecks, so viel mehr sind und gerade als Mittel zur Selbsterkenntnis wunderbare Möglichkeiten bieten. Zum anderen birgt dies aber auch eine Gefahr, nämlich die, sich von der Aussage der Karten abhängig zu machen, indem man davon aus geht, dass sie eine fest gelegte unabänderliche Zukunft weisen würden. Dies ist aber nicht der Fall! Wie unsere Zukunft aussehen wird hängt alleine von uns selbst ab. Wir haben unser Leben zu jedem Zeitpunkt selbst in der Hand. Die Karten können uns Tendenzen aufzeigen und Ratschläge geben, ob sich das gesehene aber tatsächlich dahin entwickelt hängt allein von der individuellen Entscheidung des Ratsuchenden ab. Wir sollten die Karten an dieser Stelle wie einen guten Freund oder eine weise Großmutter behandeln, uns ihren Rat anhören und dann selbst entscheiden, ob wir ihn annehmen oder nicht.

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